Höhlenkunde im Französischem Jura


Achtung!

Höhlentouren können sehr schnell sehr gefährlich werden. Ein falscher Schritt und du könntest einen Abgrund herunterfallen oder an Abzweigen, vielleicht sogar von der Menschheit unerforscht, verloren gehen. Gehe niemals alleine in eine Höhle! Habe immer jemand Verantwortliches außerhalb der Höhle wissend, was du machst und wann du zurück sein wirst! Bringe immer extra Lampen und Batterien mit. Du solltest nicht ungeplant in eine Höhle gehen. Buche einen lokalen Höhlenführer, wenn du wirklich eine Höhle besichtigen willst.



Bitte halte dich an die Höhlen-Ettiquette!

Es gibt ein paar Regeln in Höhlen: nur anschauen, abgesehen von den offensichtlichen Griffen, nicht anfassen und erst recht nichts abbrechen oder kaputt machen. Stalagmiten, Stalaktiten und Sinterbecken wachsen nicht weiter und hören auf zu glitzern, wenn sie einmal angefasst sind. Nimm allen Müll wieder mit, schmiere oder schnitze keine Namen oder ähnliches in die Höhlenwände. Bleib auf den Wegen.
Wir alle wollen die Schönheit der Höhlen erleben und müssen sie daher für nachfolgende Generationen erhalten!


Das erste Abenteuer von Sorca und mir in diesem Jahr fand zwischen dem 20. und 23. März statt. Wir sind mit dem VHKO – „Verein für Höhlenkunde Oberrhein E.v.“ auf eine Höhlentour gegangen. Wir sind in Freiburg im Breisgau gestartet, um mit meiner Schwester, welcher wir uns für die Tour angeschlossen haben, das Abseilen noch etwas zu trainieren. Dabei nutzte ich die Möglichkeit mir einen neuen Kletterhelm zu kaufen, da meine Schwester in einem lokalen Ausrüstungsladen arbeitet. Gegen Mittag sind Sorca und ich weiter Richtung Baume-le-Dames gefahren, um uns mit dem Rest der Gruppe zu treffen. Da es Sorcas erste Höhlentour war und ich seit ein paar Jahren nicht mehr in einer Höhle war, haben wir uns einer Anfängergruppe angeschlossen.

Als Nächstes sind wir zur „Grotte de faux monnayeurs“, auf Deutsch „Falschmünzerhöhle“ gefahren. Sie ist eine anfängerfreundliche Höhle mit einem zweiten „Ausgang“, welcher jedoch für die meisten Besucher nur einen Balkon mit einem wunderschönen Aussichtspunkt darstellt. In der Höhle haben wir ein paar Fledermäuse hängen sehen. Da es schon recht spät war und wir noch zur Unterkunft mussten, sind wir jedoch nicht weiter in die Höhle gegangen. Auf dem Weg raus, sind uns zwei andere Speleo-Leute entgegengekommen, welche sich von dem Balkon abgeseilt haben. Außerhalb der Höhle sind wir anschließend noch zur Source du Pontet gegangen, welche etwa fünf Minuten zu Fuß vom Höhleneingang entfernt ist und immer wieder ein erstaunliches Bild abliefert.

Wir als Gruppe haben es am nächsten Tag etwas langsamer angehen lassen, Sorca und ich haben entlang eines Baches einen schönen Spaziergang gemacht und nach dem Frühstück sind wir mit der Gruppe zur „Grotte des Cavottes“ gefahren. Diese ist eine Karsthöhle, welche über tausende Jahre hinweg durch Regenwasser entstanden ist, was durch den Kalkstein geflossen ist. Man sieht in Karstgebieten öfters große Mulden in der Landschaft. Das sind dann neu entstehende Karsthöhlen, gehe also lieber nicht dort hinein, da du einsinken könntest.

An der Höhle angekommen, haben wir unsere Ausrüstung angezogen, Sorca hat ein Knicklicht an das Geschirr bekommen und wir sind rein. Sobald man in der Höhle ist, hat man die Wahl in einen sehr matschigen Gang zu gehen, letztes Mal als meine Familie und Ich dort hinein sind, sind unsere Gummistiefel stecken geblieben und da meine etwas kürzer sind als die meiner Schwester, habe ich auch etwas Schlamm innen hereinbekommen. Dieses Mal sind wir jedoch in den linken Gang abgebogen und wollten gerade weiter in die Höhle hinein, als uns aufgefallen ist, dass uns ein Schleifsack mit Ausrüstung fehlt, welcher noch am Eingang liegt. Einer der anderen aus unserer Gruppe ist los und hat den Sack geholt, nach einer kurzen Pause, ging es also weiter in Richtung „Salle du Chaos“ oder Halle des Chaos.

Dort haben wir den Spalt gefunden, welcher um das Loch, welches der Salle du Chaos folgt, herumführt. Durch den Spalt durchzugelangen, war jedoch eine ziemliche Aufgabe: den Rucksack mit der Ausrüstung zu schieben und ziehen, die engen Stellen hoch und runter zu klettern und gleichzeitig Sorca zu helfen, die höheren Absätze hoch und runter zu gelangen, während wir sie davon abhalten mussten voran zu stürmen (wir wussten, dass Richtung Ende des Spaltes ein Loch ist, in welches sie Fallen könnte). Am Ende haben meine Schwester und ich es mit etwas Schweiß geschafft, nur um an einer Stelle namens „faux pas“ anzukommen, welche mit wenig Platz und Rutschgefahr an einem Abgrund entlang geht, gefolgt von einem Abseilpunkt an welchem wir uns nicht sicher genug waren, Sorca ohne Gefahr runter und später wieder hochzubekommen. Wir wussten zwar von dieser Stelle, dachten jedoch, dass es noch ein Stück weiter ist.

Hier sind Sorca und ich dann umgedreht. Meine Schwester hat mir durch die Engstelle zurück bis in die Salle du Chaos geholfen, von dort aus haben wir uns aufgeteilt. Meine Schwester ging wieder zurück zu dem Rest der Gruppe und Sorca mit mir wieder an die Oberfläche. Auf dem Weg zurück sind Sorca und ich tatsächlich noch in einer Sackgasse gelandet, da ich einen Abzweig verpasst habe. Nach dieser kleinen Verwirrung sind wir jedoch zeitnah gegen 14:00 wieder an der Oberfläche angekommen. Sorca hat den Nachmittag über geschlafen und ich konnte meine neue Dashcam ins Auto einbauen.

Sonntagmorgen haben wir die Unterkunft wieder aufgeräumt und sind zur „Grotte de la Malatiere“ gefahren. Die Höhle fängt mit einer etwa acht Meter langen Abseilstelle an. Auf dem Boden angekommen steht man auf einem Geröllfeld gemischt mit ein paar Tierknochen. Auch hier war ich mir nicht sicher genug Sorca abzuseilen und wieder hochzuziehen, also blieb sie im Auto zurück. Nach dem Geröllfell geht es zwei kurze Seile hoch, um in eine Halle „Kathedrale“genannt zu gelangen. Hiernach geht es durch den ersten Schluf in die erste große Halle, die Palmenhalle, welche bekannt ist für die hohe Sintersäule. Nach kurzer Mittagspause und Gruppenfoto sind wir durch die nächsten zwei Schlufe zum „Schlüsselloch“ oder „Trichter“. Nach einem weiteren Schluf in Richtung Osten sind erstaunliche Sinterbecken und Säulen zu finden. Da das aber der letzte Tag mit Abreise für die meisten von uns war und Sorca im Auto auf uns wartete, drehten wir also an diesem Punkt um und verließen die Höhle auf demselben Weg.

Sorca und ich blieben noch einen weiteren Tag im Jura, um noch etwas Käse und Baguettes mit nach Hause zu bringen.

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